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  • Rom I Fine Arts Inkjet Pigment Print auf Leinwand 77x100cm 2013
    Taormina 70 x 105 cm
    Rom II 77 x 100 cm 2012
    Knossos 70 x 100 cm
    Lato 72 x 90 cm
    Amphoren 72 x 90 cm 2013
    Fragmente Rom 70 x 70 cm
    Kapitell 55x55 cm
    Die Prozession 2014
    Athina Alea 2014

    About History Lessons - Werner von Mutzenbecher zur Werkgruppe History Lessons

    Hellgelb empfangen uns die Bilder, von weitem wie monochrome Gemälde wirkend, aus der Nähe erst als klar durchstrukturierte Fotografien zu erkennen: History Lessons, so nennt die Fotokünstlerin Claudia Walther ihre neusten Arbeiten.

    Versiert in analoger wie digitaler Fotografie und mit den Möglichkeiten der Nachbearbeitung bestens vertraut, bleibt Claudia Walther nie nur bei technischer Perfektion und vordergründigem Glanz des Mediums Fotografie stehen. Sie muss vielmehr eingreifen, das fotografische Abbild in seinem Wahrheitsgehalt als Spiegel der Wirklichkeit hinterfragen, ja stören. Nicht dass Claudia Walther die Fähigkeit der Fotografie zum Dokumentarischen verkennen oder verachten würde. Aber sie strebt danach, in den Foto-Bildern der Realität noch etwas anderes aufzuspüren und sichtbar zu machen, etwas Dahinter- oder Darunterliegendes. So wäre zu verstehen, wie wichtig ihr das nachträgliche Arbeiten an den Bildern ist, die sie durch Eingriffe verfremdet und in eine höhere, poetische Sphäre hebt.

    Interessant ist auch, dass Claudia Walther fast immer in Serien oder Werkgruppen arbeitet, das einzelne Bild also in einen grösseren Zusammenhang stellt. Die jeweiligen Inhalte bestimmen dabei weitgehend die Gestaltung. Einer thematischen Gruppe, wie zum Beispiel History Lessons, wird durchgehend eine Farbe zugeordnet. Wie ein Schleier scheint sie über der Fotografie zu liegen und diese gleichzeitig zu durchdringen. Sie wird nicht zum Kolorieren eingesetzt, sie breitet sich aus, bleibt flächig und monochrom. Die Farbebene schafft Distanz zur fotografischen Ebene, entrückt das reale Bild, macht es rätselhaft. Claudia Walther unternimmt keine Uebergriffe auf andere Medien wie die Malerei zum Beispiel. Sie bleibt konsequent in ihrem Medium, arbeitet mit der Technik der Fotografie, hier also mit der Ueberlagerung zweier Foto-Bilder.

    Was und wie aber Claudia Walther fotografiert, hat mit ihrem Leben, ihrem ganz persönlichen Empfinden zu tun. Ihre vielen ausgedehnten Reisen werden bei ihr immer auch „... gedankliche Ausflüge in die tiefe, grosse und geheimnisvolle Vergangenheit...“ Anhand noch sichtbarer Spuren in Form von Bauten, von Ruinen, Objekten erspürt sie Leben und Stimmung vergangener Zeiten. Es sind ihre eigenen Geschichtslektionen, ihre history lessons, denen sie sich mit diesen neuen Arbeiten in philosophisch gelassener Weise stellt.

    „Ich habe die Bilder in Gelb getaucht, das strahlende Gelb der Mittelmeersonne und Zitronengelb, eine Farbe leuchtender Pracht. Die abgebildeten Szenerien erscheinen nun zum Teil golden oder auch zart gezeichnet und entrückt wie durch einen Nebel der Erinnerung.“