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  • Mare Nostrum 64 x 96 cm
    Mare Nostrum 2015, Fotomalerei 64 x 96cm

     

    Breezy Plane 35 x 48 cm
    Pink Wave 40 x 51cm
    Pink Wave II
    Liquid Light 40 x 51 cm
    Lotus Cave 40 x 51 cm
    The Beauty of Time 40 x 51 cm
    Silbersee 40 x 51 cm
    End of the Day 50 x 65 cm
    Liquid Time 40 x 51 cm
    Happy Abode 52 x 78 cm
    Multikulti 51.5 x 77 cm
    Red 40 x 51 cm
    Eerie Sunset 64 x 96 cm
    Gentle Storm 64 x 96cm
    Japonaiserie 48 x 48 cm
    Before Dawn
    Mädchen in Rot 70 x 52 cm
    Le Parfum 70 x 50 cm
    Papa 144 x 98 cm
    ZUR WERKGRUPPE TAG UND TRAUM VON CLAUDIA WALTHER
    Dr. Martina Kral, Kunsthistorikerin, Kuratorin Museum Rosengart, Luzern

    Vor vielen Jahren habe ich Claudia Walther kennen gelernt als eine Künstlerin, die mit Überlagerungen, mit sichtbar gemachten Strukturen arbeitet, die über ihre Fotografien gelegt werden. Ich suchte nach einer Erklärung für diese Methode, und kam schliesslich auf die Beschreibung, dass Claudia mit der Kamera „malt“, indem sie gewohnte Seherlebnisse durch Farbveränderungen und übereinander geschichtete Motive verfremdet. Als ob sie durch diese beiden Schichten zwei Welten zusammenführt und übereinander legt. Aus heutiger Sicht dürfen wir diese Werke wie zum Beispiel „Bubbles“ oder „Morning Traffic“ als Vorstufen zu den hier gezeigten neuesten Werken ansehen – die ehemals fotografierten Strukturen sind nun allerdings einer gestisch ausgeführten Malerei gewichen.

    Weich aufgetragene Farbflecken oder schwebende lichte Farbflächen einerseits, andererseits federleichte Pinselstriche oder schwungvolle Farbbahnen über Fotografien - in dieser Ausstellung „Tag und Traum“ entführt uns Claudia in eine wundersame, erstaunliche, surreal-poetische Welt. Unwirkliches auf den ersten Blick, dann wieder Bekanntes auf den zweiten... Wo sind wir? Ist das unsere Welt? Zum einen ja, da sind ja die Fotografien, die bisweilen gar nichts Bestimmtes oder Unspektakuläres wie einen Himmel oder Blüten wiedergeben – zum anderen nein, das ist nicht unsere Welt, die besteht nicht aus Farbschlieren und Farbschleiern...
    Mir scheint, als ob mich die vertraute Umgebung, die mir vertraute fotografierte Welt durch die aufgetragene Malerei mal bunter, farbenfroher stimmt, dann mal nachdenklicher oder mich gar melancholisch werden lässt. Doch stets wundervoll, wie ich dabei träumen darf. Wo könnte sich das abspielen? Was könnte ich dort erleben? Verblüffend, wie Claudia Walthers surrealistisch-anmutenden Foto-Malereien unseren Gedanken einen so enorm grossen Spielraum zugestehen!

    Welch eine glückliche Kombination von Fotografie und Malerei, welch eine faszinierende Symbiose, wenn man bedenkt, dass bei der Fotografie die Technik, eine ausgeklügelte Belichtung, Licht und Beleuchtung eine so wichtige Rolle spielen und dass andererseits bei der Malerei der Zufall die Regie führt, etwa bei „Liquid Time“, als die grüne Fensterfarbe für ungeplante Tüpfchen sorgte oder die Farbe verlaufen durfte. Bei anderen Werken hat die Künstlerin die Farbe bisweilen gar mit geschlossenen Augen aufgetragen. So trifft Berechenbares auf Zufall – oder anders gesagt: Fotografie, die den klaren Verstand, das Licht des Tages braucht, trifft auf spontan-gestische Malerei, die der Intuition, der Freiheit, der grenzenlosen Fantasie und des Traumes entspringt – einen spannenderen Weg hätte Claudia Walther nicht betreten können. So dürfen wir zumindest zeitweise unsere hochtechnisierte Welt verlassen, uns in Bilder-Welten verlieren, in Bild-Geschichten voller Träume und Wünsche eintauchen und verstehen lernen, dass die Ausstellung mit dem Titel „Tag und Traum“ uns ab heute hoffentlich viele Tagträume bescheren wird.